Facharbeit: Werken mit hör- und sprachgeschädigten Kindern im Heim
Bernadette Unterhitzenberger geht in ihrer Facharbeit 2006 der Frage nach, wie die Konzentration und Ausdrucksfähigkeit bei hör- und sprachgeschädigten Kindern durch kreatives Gestalten gelingen kann. Im Vorwort beklagt sie, dass handwerkliches und kreatives Arbeiten zu kurz kommen:
"Das handwerkliche und kreative Arbeiten mit Materialien wie Holz, Ton, Papier, etc. wird in der heutigen Erziehung in meinen Augen sehr vernachlässigt. Dies beginnt bereits im Kleinkindalter. So wird nach meinen Erfahrungen in den Kindertagesstätten viel Wert auf die musikalische Früherziehung, Bewegungserziehung, sprachliche Bildung, etc. gelegt. Die Heranführung an Ton, Holz o. ä. findet aber dagegen selten statt.
Dabei kann durch diese Materialien eine Vielzahl von Fähigkeiten gefördert werden. So zum Beispiel die Fein- und Grobmotorik, Konzentration, praktische Umsetzungsgabe von Geplantem, aber besonders die sozialen Kompetenzen, die dann später oft mühsam erlernt werden müssen. Diese Armut an handwerklichen und kreativen Arbeiten wird in den Lehrplänen verschiedenster Schularten fortgeführt.
Dies ist in meinen Augen sehr schade. Beim Werken werden die Stärken des Kindes aufgegriffen und gefördert. Durch diese Förderung werden wiederum Defizite, die das Kind hat, verringert. Zeigt es beispielsweise Stärken im plastischen Gestalten, so erlebt es Erfolgserlebnisse. Diese wirken sich positiv auf das verringerte Selbstbewusstsein aus und bestärken das Kind darin." (Unterhitzenberger, 2006: 1)